Die Schellackplatte

 

Nachdem’s auf jeder Seite, die sich mit Schellacks befasst – detaillierte Informationen darüber gibt, werde ich mich hier darauf beschränken, meinen Umgang mit den Platten ein wenig zu schildern. Eine pauschale Einführung in Kurzform gibt’s aber doch:

„Die Schellackplatte ist ein rundes, flaches Ding  - meist schwarz mit einem Loch in der Mitte. Es gibt verschieden Größen – gängig sind die Durchmesser 20 cm, 25 cm und 30 cm. Abgespielt werden die Teile mit einem Grammophon oder einem Plattenspieler .  Abspielgeschwindigkeit (ungefähr) 78 Umdrehungen. Produziert von 1896 bis (ungefähr) 1960 – wenn die Platte runterfällt  ist sie kaputt.“

Grob unterteilen lassen sich die „Sammelgebiete“:

Tanzmusik (europ. u.  amerik. Tanzmusikkapellen)
Kleinkunst (Film, Komik, usw.)
Jazz (europ. u. amerk. – inkl. Blues)
und Klassik
- Spezialgebiete (Zeitdokumente, pop.-, Marsch- und Volksmusik, spez. Plattenmarken,  - Interpreten,   - Kapellen, usw,)

Die Platten findet man – am Flohmarkt, im Internet, bei Privatauktionen, auf Sammlerbörsen und – manchmal am Dachboden. Preislich beginnt’s bei „geschenkt“ (das sind die Günstigsten!!), am Flohmarkt gibt’ noch Platten ab € 2.—, bei Ebay fängst zwar auch so bei € 2.—an, aber da kann’s schon ganz schön teuer werden – Preise zw. € 15.—und €  35.—sind nicht selten. Sammlerbörsen und Privatauktionen – da gibt’s unter € 5.—eigentlich gar nichts – tolle Platten gehen schon manchmal um die € 100.--, „Spitzenplatten“ um die € 1.000.--  weg. Das sind natürlich nur grobe Richtlinien, ich hab’s auch nur geschrieben, da die Frage „Wo hast Du die Platten her – und was kosten die?“ – ständig gestellt wird.

 So – nun zu meinen persönlichen Erfahrungen – was die Reinigung und Archivierung der Platten betrifft.

Wenn ich eine neue Platte bekomme, untersuche ich diese zuerst auf Schäden (Brüche, Risse, etc.). Die häufigste Beschädigung (abgesehen von Randchips, Nadellöchern u. starken Kratzern) - ist der Bruch von der Außenkante bis zum Mittelloch. Diese Platten lassen sich eigentlich alle retten - ich gebe dazu nur einen kleinen Tropfen "Superkleber" auf den nichtbespielten Rand (Vorsicht - Platte mit der Klebestelle nach unten halten - sonst zieht der Kleber unwillkürlich in die Rille) - das genügt eigentlich um die Platte abzuspielen ("Klackst" zwar - aber ist spielbar). Das war's auch schon mit Reparaturhinweisen - zerbrochene Platten (einzelne Stücke) habe ich schon zig-mal versucht zusammenzukleben - ist mir noch nie gelungen. Mit dem "Ausrichten" von stark-gewellten Platten habe ich keine Erfahrung - sollte es mich aber einmal "treffen" - so werde ich wohl die Variante mit der "Heizdecke" wählen (denke da kann man am Wenigsten falsch machen).

Nachdem ich die Platten also dem ersten "Check" unterzogen habe (Platten für den Verkauf oder Tausch werden gleich in die Liste geschrieben und weggelegt) - geht's an die Reinigung. Dazu habe ich mir ein Reinigungsgerät  zugelegt - dieses funktioniert wunderbar und hat sich mittlerweile schon zig-fach bewährt (- war auch nicht so teuer - ich glaube so an die 30-40 Euro). In ca. ½ Liter Wasser gebe ich 2-3 "Spritzer" Scheuermilch - nach 10 bis 15 Platten austauschen - da ist die "Brühe" braun - für mich ein Zeichen, dass die Mischung richtig war (wasche dann die Platten noch mit klarem Wasser ab). Stark-verschmutzte Platten spiele ich vorher noch mit dem Grammophon (selbstverst. neue Nadel) ab.
Zum Trocknen stelle ich sie dann in einen Plattenständer (Vorsicht - besonders bei ältere Platten greift die Feuchtigkeit das Labelpapier an - nach dem Waschen gleich "abtupfen").

Als Nächstes versuche ich eine (möglichst) originale Hülle zu finden. Das ist mir auch Großteils gelungen – ein schöner Teil meiner Stammsammlung hat Originalhüllen. Gewisse Hüllen sind eher schwer aufzutreiben (haupts. ausl. Platten und Exoten, sehr alte Labels - ebeso wie z.B. Woolco, Derby 25 cm, Swing,  etc.) - mittlerweile verlangen die Händler schon zw. € 1.-- und € 3.—pro Hülle. Es gibt auch noch schöne Hüllen mit Portraits der Künstler oder mit Werbung für die hauseigenen Abspielgeräte.
Dann geht es ans Archivieren und Bewerten (Access-Tabelle) - zumindest angespielt wird jede Neuerwerbung - wenn's die Zeit erlaubt, nehme ich besondere Stücke auch gleich auf (da ist das "Reinschreiben" nicht so fade!!).

Zur Aufbewahrung und Archivierung der Platten habe ich die beiden ausgedienten "Kinderzimmerschränke" meiner Tochter adaptiert. In je 4 unterteilten "Schubladen" bringe ich an die 1500 Platten unter. So kann ich - vorsichtig ausgedrückt - von einer gewissen "Übersicht" sprechen (Na ja). Ein Teil der Schellacks ist in Alben untergebracht. Mittlerweile habe ich einen „Deal“ mit meiner Frau gemacht -  ich habe ihr eine Garagenhälfte für ihre Topfpflanzen überlassen – sie hat mir ein kleines Kellerabteil freigemacht, in dem ich neue Platten „bunkern“ kann. Die „Sammlerei“ geht also munter weiter! (Bildbeispiele zu diesem Text findet Ihr seitl. in der Navi-Leiste).